Biologie

Kurz nachdem zu Beginn des 20. Jahrhunderts elektrische, magnetische und elektromagnetische Felder technisch nutzbar gemacht wurden, interessierte man sich auch für die biologischen Wirkungen solcher Felder. Im Zentrum des wissenschaftlichen Interesses standen zunächst medizinische Anwendungen, wie zum Beispiel die Wärmetherapie durch Mikrowellenerwärmung des Gewebes. Nach einigen Unfällen mit starken Feldern im militärischen Bereich wendete man sich in den 1950er Jahren zunehmend auch der Erforschung gesundheitlicher Risiken zu, wobei zunächst die USA und die Sowjetunion Vorreiterrollen einnahmen. Auf die Untersuchung thermischer Wirkungen folgte später auch die Erforschung nicht-thermischer Effekte, was schließlich zur  Entwicklung von Grenzwertkonzepten und unseren heute gültigen Immissionsschutz-Grenzwerte führte.

Biologische Forschung zu möglichen Wirkungen elektromagnetischer Felder findet auf verschiedenen Untersuchungsebenen statt. Es können Studien im subzellulären Bereich (d.h. an Molekülen oder Elementen von Zellen), an Zellen und Geweben, Tieren sowie am Menschen unterschieden werden. In größer angelegten Studien werden zum Teil mehrere Untersuchungsebenen parallel untersucht und dabei vergleichbare Testsignale in angepasster Stärke angewandt. Die Untersuchungsebene der Bevölkerungsstudien ("Epidemiologie") wird hier auf einer separaten Seite behandelt. Eine Übersicht über Anzahl und Inhalt der bisher veröffentlichten wissenschaftlichen Studien bietet die frei verfügbare Publikationsdatenbank "EMF- Portal" der Technischen Hochschule Aachen (www.emf-portal.de). Neben einer komfortablen Suchfunktion mit Filtermöglichkeiten sowie vielen extrahierten Inhalten der Originalpublikationen findet man dort tagesaktuell die neuesten Publikationstitel, deren Einteilung in wissenschaftliche Themenbereiche ("Profile") sowie viele weitere Informationen. Die Datenbank bietet zum Beispiel einen exakten Überblick über die Anzahl experimentelle Untersuchungen, die sich bislang mit den speziell durch Mobilfunk erzeugten Feldern beschäftigt haben.

In der biologischen Forschung finden neben nationalen und internationalen Forschungsprogrammen zu mehreren Teilaspekten auch Verbundstudien statt, in denen verschiedene Forschergruppen zusammen an einer speziellen Problemstellung arbeiten. Dies hat den Vorteil, dass die Expertise vieler Forscher bei größtmöglicher Lastenverteilung vereinigt wird und dass Unabhängigkeit und Objektivität des Gesamtresultats in einer solchen Forschungsinitiative besonders groß sind. Verbundstudien spielen daher eine wichtige Rolle in der biologischen EMF-Forschung.