Dosimetrie

Unter Dosimetrie versteht man allgemein eine Technik zur Messung einer Strahlendosis im Rahmen des Strahlenschutzes. Normalerweise für ionisierende Strahlung (Ultraviolett-, Röntgen- und Gammastrahlung) eingesetzt, wird der Begriff im Zusammenhang mit der EMF-Forschung erweitert angewendet und erfasst verschiedene Bereiche, die über die reine Feldmessung hinaus gehen. Es sind hier verschiedene Techniken gemeint, im Wesentlichen zur Messung beziehungsweise Berechnung von:

  • Elektrischer Feldstärke E (Einheit: Volt pro Meter, V/m)
  • Magnetischer Feldstärke H (Einheit: Ampere pro Meter, A/m)
  • Magnetischer Flussdichte B (Einheit: Tesla, T)
  • Leistungsflussdichte S (Einheit: Watt pro Quadratmeter, W/m2)
  • (induzierter) Elektrischer Stromdichte J (Einheit: Ampere pro Quadratmeter, A/m2)
  • Spezifischer Energieabsorption SA (Einheit: Joule pro Kilogramm, J/kg) und
  • Spezifischer Absorptionsrate SAR (Einheit: Watt pro Kilogramm, W/kg).

Hierbei werden Feldmessgeräte eingesetzt, um die Aussendungen und Magnetfelder von Antennen oder elektrischen Leitern im Freien, im persönlichen Bereich, im Arbeitsbereich oder unter experimentellen Bedingungen im Labor zu erfassen. Unter Kenntnis von Raum-, Material-, bzw. Gewebeparametern in der Natur, in und an Bauwerken, im Labor sowie an biologischen Geweben werden mit solchen Feldmesswerten Formelberechnungen bis hin zu komplexen Computermodellierungen ausgeführt, um die möglichen Auswirkungen der gemessenen Felder auf Mensch und Tier oder Versuchsmaterial (wie z.B. lebende Zellen) möglichst genau abschätzen zu können. Als Ergebnis erhält man zum Beispiel die SAR-Verteilung in einem realistischen menschlichen Modell unter bestimmten Expositionsbedingungen.

Jeder der angedeuteten Einzelschritte bedeutet Handlung in einem eigenen Fachbereich der Dosime­trie. Eine enge Verknüpfung ergibt sich mit der Abschätzung von Exposition im Alltag (siehe dort) sowie mit der biologischen und epidemiologischen EMF-Forschung, wo zum Beispiel Expositionsanlagen für biologische Experimente erdacht, konstruiert und genau berechnet werden müssen. Die enge Verzahnung von Dosimetrie und Antennenmesstechnik – also Disziplinen aus Ingenieurwissenschaft und Physik – mit der biomedizinischen Forschung, stellt eine Besonderheit der EMF-Forschung dar. Ein biomedizinisches Experiment unter Anwendung elektromagnetischer Felder erfordert immer gut definierte Feldbedingungen bzw. –Abschätzungen, damit daraus ein realistisches Bild der Wirklichkeit ableitbar wird. Ohne gute Dosimetrie verlieren auch gut ausgeführte biomedizinische EMF-Studien ihren Wert.

Namhafte unabhängige Institutionen auf diesem Gebiet im deutschsprachigen Raum sind beispielsweise:

Lehrstuhl für Theoretische Elektrotechnik der Universität Wuppertal

IMST GmbH, Kamp-Lintfort (Prüfzentrum EMV)

Seibersdorf Laboratories, Österreich (Abteilung Elektromagnetische Verträglichkeit)

Forschungsstiftung IT’IS, Schweiz

 

Weiterführende Information: http://www.ralf-woelfle.de/elektrosmog/redr.htm (Messungen und Berechnungen)

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