Wie in fast keinem anderen Wissensgebiet, findet Forschung zu möglichen Wirkungen elektromagnetischer Felder auf Mensch und Umwelt in einem Überschneidungsbereich zwischen Biomedizin, Physik, Ingenieur- und Sozialwissenschaften statt. Entsprechend groß ist die  Vielfalt der abgedeckten Fachgebiete und entsprechend klein die Anzahl der Experten, die  als "Universalisten" alle oder weite Teile dieses Forschungsgebiets überblicken und  beurteilen können. Viele Experten einzelner Wissensgebiete sind in Expertengremien eingesetzt, die im Rahmen eines gesellschaftlichen oder politischen Auftrags die möglichen Risiken einer Technologie anhand der vorliegenden Forschungsergebnisse beurteilen und  hieraus zum Teil maßgebliche Empfehlungen für die nationalen und internationalen  Grenzwertsetzungen ableiten.

Die verschiedenen Bereiche, in denen geforscht wird, lassen sich grob einteilen in

  • Biologische Forschung
  • Epidemiologie (Bevölkerungsstudien)
  • Dosimetrie (Bestimmung der  Strahlendosis bei Mensch und Tier) und
  • Technik (hier hauptsächlich Funktechnik und  Emissions-/Immissionsmessungen).

Zusätzlich können bei den biologischen Objekten, an  denen im Labor geforscht wird, die Ebenen der Moleküle (subzellulärer Bereich), der Zellen  und Gewebe, der Tiere und des Menschen unterschieden werden. Bei seriöser Forschung im  Labor zu potenziellen Wirkungen elektromagnetischer Felder arbeitet man in aller Regel mit  möglichst genau definierten Ersatzsignalen, die die im Alltag vorkommenden Expositionen  simulieren, und lässt diese Signale auf die biologischen Objekte kontrolliert einwirken. Die gegebenenfalls gemessenen biophysikalischen, physiologischen, psychischen oder  Verhaltens-Auswirkungen geben in der Gesamtheit Hinweise auf mögliche Risiken, die durch  die Anwendung der entsprechenden Techniken im Alltag entstehen können. Sie geben auch Hinweise auf die  tolerablen Schwellenwerte der Exposition ("Grenzwerte"), unterhalb welcher die betreffenden Anwendungen als sicher gelten. Bei solcher Forschung arbeiten idealerweise gemischte  Teams von Wissenschaftlern aus biomedizinischen und ingenieurwissenschaftlichen  Disziplinen zusammen mit Statistikern an den Fragestellungen.

Oft mit staatlicher finanzieller (Teil-)Unterstützung werden nationale oder internationale  Forschungsprogramme entweder zu bestimmten oder zu möglichst vielen Teilaspekten der EMF-Forschung durchgeführt, an denen sich zahlreiche Forschungseinrichtungen und  Forschergruppen beteiligen. Die Programme profitieren unter anderem oft von einem einheitlichen Studien- und Expositionsdesign.